Tiergesundheit kompakt

Was viele nicht sehen: Die gesundheitlichen Herausforderungen unserer Schützlinge

Viele Tiere, die bei Pfotenticket ankommen, tragen nicht nur eine bewegende Geschichte mit sich, sondern oft auch gesundheitliche Spuren ihres bisherigen Lebens. Das bedeutet aber nicht, dass sie krank „bleiben“ – ganz im Gegenteil: Mit medizinischer Betreuung, Fürsorge und guter Pflege erholen sich viele erstaunlich schnell und starten in ein gesundes, neues Leben.

Schon vor der Ausreise werden unsere Tiere tierärztlich untersucht und – wenn nötig – behandelt. Erkannte Krankheiten oder Auffälligkeiten kommunizieren wir selbstverständlich offen. Trotzdem kann es vorkommen, dass gesundheitliche Baustellen erst nach und nach sichtbar werden – besonders bei Tieren, die lange auf der Straße überlebt haben.

Typische Themen, die uns begegnen – und wie wir damit umgehen:

Parasitenbefall: Flöhe, Zecken und Würmer sind weit verbreitet. Wir behandeln unsere Tiere standardmäßig dagegen – oft schon im Herkunftsland.

Mangelernährung: Viele Tiere sind anfangs zu dünn, haben struppiges Fell oder Nährstoffmängel. Mit hochwertigem Futter, Geduld und Liebe holen sie das schnell auf.

Infektionen & Vorerkrankungen: Hautprobleme, Ohrenentzündungen oder auch chronische Erkrankungen wie Leishmaniose kommen vor. Wir begleiten dich im Umgang damit – fachlich wie emotional.

Zahngesundheit: Besonders ältere Tiere oder solche, die lange auf der Straße lebten, können unter Zahnstein, lockeren oder kaputten Zähnen leiden – Verletzungen & Narben: Ob durch Unfälle, Misshandlung oder Kämpfe: Viele Tiere tragen sichtbare oder unsichtbare Wunden mit sich. Narben verheilen, aber brauchen Zeit – körperlich wie seelisch.

Unkastriert oder trächtig: Viele Straßentiere sind noch nicht kastriert – manche sogar tragend. In Absprache mit Tierärzt:innen sorgen wir für eine verantwortungsvolle medizinische Versorgung, die auch eine Kastration einschließen kann.

Unser Ziel ist es, jedes Tier bestmöglich vorbereitet auf die Reise zu schicken – doch Heilung braucht manchmal Zeit. Mit dir an ihrer Seite wird aus Pflege Gesundheit, aus Unsicherheit Vertrauen.

Frühzeitig erkennen, frühzeitig helfen

Tiere können nicht sagen, wenn etwas weh tut – darum ist es umso wichtiger, kleine Warnzeichen richtig zu deuten. Je früher du reagierst, desto besser die Chancen auf eine schnelle Genesung.

Typische Frühwarnzeichen bei Hunden und Katzen:

  • Verändertes Verhalten: Rückzug, Apathie oder Unruhe können erste Hinweise auf Unwohlsein sein.

  • Fressverhalten: Plötzlicher Appetitverlust, Gier oder Futterverweigerung verdienen Aufmerksamkeit.

  • Kot und Urin: Durchfall, Verstopfung, Blut oder häufiges Urinieren sind wichtige Hinweise.

  • Bewegung: Lahmheiten, Zögern beim Aufstehen oder ungewöhnliches Hinken deuten oft auf Schmerzen hin.

  • Fell & Haut: Stumpfes Fell, übermäßiges Kratzen, Schuppen oder Haarausfall können auf Parasiten oder Hautprobleme hinweisen.

  • Augen & Nase: Ausfluss, Rötungen oder Trübungen sollten immer tierärztlich abgeklärt werden.

  • Zähne & Maul: Mundgeruch, Zahnbelag, gerötetes Zahnfleisch – oft unterschätzt, aber wichtig.

Unser Tipp: Ein kurzes tägliches „Check-up“ mit Augenmaß kann viel bewirken – und im Zweifel: lieber einmal zu viel als zu wenig zum Tierarzt.

Gesundheit erhalten statt Krankheit bekämpfen: Prävention ist das A und O

Gesund bleiben ist (auch bei Tieren) kein Zufall. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten kannst du die Abwehrkräfte deines Tieres stärken – und langfristig Tierarztbesuche vermeiden.

Was kannst du tun, um dein Tier bestmöglich zu schützen?

  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
    Ein jährlicher Check beim Tierarzt hilft, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen – vor allem bei älteren Tieren oder solchen mit Vorgeschichte.
  • Impfungen
    Ein vollständiger Impfschutz ist essenziell, besonders für Tiere mit Auslandserfahrung. Wir beraten dich gern, welche Impfungen wirklich wichtig sind.
  • Entwurmung & Parasitenprophylaxe
    Würmer, Zecken, Flöhe & Co. sind nicht nur lästig – sie können ernsthafte Krankheiten übertragen. Mit einer regelmäßigen Prophylaxe schützt du dein Tier (und dich selbst).
  • Artgerechte Ernährung
    Ein gesundes Tier beginnt im Napf. Hochwertiges Futter, angepasst an Alter, Aktivität und mögliche Unverträglichkeiten, stärkt das Immunsystem und fördert Wohlbefinden. Nicht jedes Futter ist gesund. Achte auf hochwertige Inhaltsstoffe, wenig Getreide, Zucker oder künstliche Zusätze. Bei Fragen helfen wir dir, das richtige Futter für deinen Schützling zu finden. Mehr zu diesem Thema findest du direkt unten auf dieser Seite. Einfach ein Stück scrollen, und du kannst mehr erfahren!
  • Sauberes Wasser
    Klingt simpel, ist aber entscheidend:
    Frisches Wasser sollte jederzeit verfügbar sein – und Näpfe regelmäßig gereinigt werden.
  • Bewegung & Beschäftigung
    Körperliche Aktivität stärkt den Bewegungsapparat und die Ausdauer, aber auch das Gehirn will gefordert werden .Körperlich und geistig ausgelastete Tiere sind gesünder und ausgeglichener. Spaziergänge, Spiele, Denkaufgaben – Bewegung schützt vor Langeweile und Übergewicht.  – es gibt viele Wege, gemeinsam aktiv zu sein.
  • Stressvermeidung & Sicherheit
    Ein sicherer, ruhiger Rückzugsort, feste Rituale, eine klare Kommunikation und ein geduldiger Umgang fördern seelische Gesundheit. Gerade bei sensiblen Tierschutztieren kann das Wunder wirken. 
  • Pflege & Hygiene
    Ob Bürsten, Ohren kontrollieren, Zähne pflegen oder Krallen schneiden – regelmäßige Körperpflege beugt Entzündungen und Parasiten vor. Auch ein sauberer Schlafplatz gehört dazu.

Weniger ist manchmal mehr: Nicht jeder Trend oder Nahrungsergänzer ist sinnvoll. Wir helfen dir gern, herauszufinden, was wirklich gut für dein Tier ist.

Wissen schützt - Beratung statt Blindflug

Viele Krankheiten lassen sich vermeiden, wenn man typische Symptome früh erkennt. Wir helfen dir gern, wenn du dir bei Futter, Pflege oder Verhalten unsicher bist. Denn gute Beratung ist oft die beste Vorsorge.

Ernährung spielt eine wichtige Rolle

Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit von Haustieren – sie beeinflusst nicht nur das körperliche Wohlbefinden, sondern auch Verhalten, Immunsystem und Lebensdauer. Eine ausgewogene, artgerechte Ernährung kann Krankheiten vorbeugen, bestehende Beschwerden lindern und die Lebensqualität erheblich steigern.

Hier einige grundlegende Tipps zur Fütterung:

1. Qualität statt Masse:
Setze auf hochwertiges Futter mit klar deklarierten Inhaltsstoffen – möglichst ohne Zucker, künstliche Zusatzstoffe oder Füllstoffe wie Mais und Getreide.

2. Alter und Aktivität berücksichtigen:
Jungtiere, Senioren oder aktive Hunde haben unterschiedliche Bedürfnisse. Wähle das Futter entsprechend dem Alter, Gesundheitszustand und Energielevel deines Tiers.

3. Weniger ist oft mehr:
Übergewicht ist ein großes Problem bei Haustieren. Achte auf die richtige Portionsgröße – und ergänze mit Bewegung statt Leckerli.

4. Frisches Wasser, immer:
Klingt selbstverständlich, ist aber essenziell – sauberes Trinkwasser sollte deinem Tier jederzeit zur Verfügung stehen.

5. Bei Krankheit: tierärztlich beraten lassen:
Bei Erkrankungen wie Allergien, Magenproblemen oder Nierenleiden sollte die Ernährung in Rücksprache mit einer Tierärztin oder einem Ernährungsexperten angepasst werden.

6. Keine Experimente:
Hausgemachtes oder rohes Futter (z. B. BARF) sollte nur gefüttert werden, wenn du dich gut informiert hast – andernfalls kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

7. Geduld bei Umstellungen:
Ein Futterwechsel sollte schrittweise erfolgen, um Verdauungsprobleme zu vermeiden – besonders bei sensiblen oder geretteten Tieren.

Eine gute Ernährung ist kein Luxus, sondern ein Grundbaustein für ein gesundes Tierleben.

Impfen schützt – nicht nur dein Tier

Impfungen gehören zu den wichtigsten Maßnahmen im Tierschutz. Sie verhindern schwere Krankheiten und retten Leben – besonders bei Auslandstieren, die teils aus Regionen mit hoher Ansteckungsgefahr stammen.

Unsere Empfehlungen auf einen Blick:

  • Grundimmunisierung: Für Hunde z. B. gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Hepatitis, Tollwut

  • Katzenschutzimpfungen: z. B. gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, ggf. Leukose

  • Auffrischung: je nach Impfstoff und Tierarztempfehlung alle 1–3 Jahre

  • Tollwut-Impfung: bei Auslandstieren Pflicht – schützt Tier und Mensch

Wir achten darauf, dass unsere Schützlinge mit einem gültigen Impfstatus vermittelt werden – und beraten dich gern, wie du ihn erhältst.

Erste Hilfe: Was du im Notfall wissen solltest

Niemand möchte, dass etwas passiert – aber wenn doch, zählt jede Minute. Eine gute Vorbereitung kann im Ernstfall Leben retten.

Was du tun kannst:

  • Notrufnummern speichern: Tierarzt, Tierklinik, Giftnotruf

  • Erste-Hilfe-Set bereithalten: Desinfektion, Wundsalbe, Verbandszeug, Zeckenzange

  • Symptome erkennen: Atemnot, starkes Hecheln, Lethargie, blasses Zahnfleisch, plötzliche Schmerzen – bitte sofort handeln!

  • Ruhe bewahren: Deine Gelassenheit überträgt sich aufs Tier

  • Kein Selbstversuch mit Medikamenten: Was Menschen hilft, kann Tieren schaden

Tipp: Wir empfehlen einen Erste-Hilfe-Kurs für Tierhalter – viele Tierarztpraxen oder Tierschutzorganisationen bieten sie an - auch online - sprich uns gerne darauf an.

Häufige Parasiten bei Haustieren und wie man sie erkennt:

1. Flöhe

  • Erkennung:
    Flöhe sind kleine, dunkle Insekten, die sich schnell über das Fell deines Tieres bewegen. Sie hinterlassen oft kleine, schwarze "Kotspuren" (flohkot), die in feuchtem Zustand rotbraun werden. Flöhe verursachen häufig Juckreiz und können Haarausfall, Hautentzündungen oder Allergien auslösen.

  • Maßnahmen:
    Flohbehandlungen mit geeigneten Präparaten, die vom Tierarzt empfohlen werden, bei Befall. Sowie gründliche Reinigung von Betten und Umgebung.

2. Zecken

  • Erkennung:
    Zecken sind größere Parasiten, die an der Haut des Tieres haften, oft an Ohren, Hals oder Bauch. Sie sind braun oder schwarz und können bis zu einer erbsengroßen Größe anschwellen, wenn sie Blut saugen. Zecken können Krankheiten wie Borreliose oder Ehrlichiose übertragen.

  • Maßnahmen:
    Verwende Zeckenhalsbänder, Spot-On-Präparate oder Sprays mit bedacht. Entferne Zecken schnell und richtig mit einer speziellen Zeckenzange. Achte darauf, dass du dein Haustier regelmäßig nach Zecken absuchst, vor allem nach Spaziergängen in waldreichen oder grasbewachsenen Gebieten.

3. Würmer (z. B. Bandwürmer, Hakenwürmer, Rundwürmer)

  • Erkennung:

  • Bandwürmer: In den Kotproben oder rund um den After des Tieres sind kleine, bewegliche, körnige Segmente sichtbar.

  • Hakenwürmer und Rundwürmer: Diese kann man meist nur über den Kot untersuchen lassen oder bei starkem Befall an Gewichtsverlust, Durchfall, Appetitlosigkeit und Müdigkeit feststellen.

  • Maßnahmen:
    Regelmäßige Entwurmung je nach Empfehlung des Tierarztes. Vorbeugung durch gutes Hygienemanagement, insbesondere bei Freigängern, die Beutetiere fressen.

4. Milben (z. B. Ohrmilben, Räudemilben)

  • Erkennung:
    Milben sind mikroskopisch klein, aber ihre Wirkung ist deutlich sichtbar. Bei Ohrmilben sieht man oft, dass das Tier sich häufig am Ohr kratzt oder das Ohr schüttelt, und die Ohren sind rötlich und verschmutzt. Räudemilben verursachen Haarausfall und juckende Hautstellen, oft am Kopf und an den Beinen.

  • Maßnahmen:
    Tierarztbesuch zur Diagnose und Behandlung mit spezifischen Mitteln.

5. Mücken (z. B. Herzwürmer)

  • Erkennung:
    Herzwürmer werden durch Mückenstiche übertragen. Im Anfangsstadium zeigen Tiere oft keine Symptome, aber später kann es zu Husten, Atemnot, Müdigkeit und in schweren Fällen zu Herzversagen kommen.

  • Maßnahmen:
    Achte auf regelmäßige tierärztliche Untersuchungen, um auf mögliche Herzwurminfektionen getestet zu werden.

6. Giardien

  • Erkennung:
    Giardien sind mikroskopisch kleine Parasiten, die zu Durchfall, Erbrechen und Gewichtsverlust führen können. Sie sind besonders bei Tieren in Tierheimen oder bei jungen Tieren häufig.

  • Maßnahmen:
    Eine getreidefreie, kohlenhydratarme Ernährung sowie naturheilkundliche Mittel wie die „Morosche Suppe“ können das Verdauungssystem unterstützen. Die Behandlung mit Antiparasitika sollte jedoch immer in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen, um die Giardien effektiv zu bekämpfen.